Verein

Langer August – Verein zur Förderung der politischen Bildung und kulturellen Freizeitarbeit e.V.

Langer August in Dortmund

Langer August e.V.
Langer August e.V. – Strassenansicht, Braunschweiger Str. 22

Seit 1979 steht in der Dortmunder Nordstadt ein ganz bestimmter Dreiklang im Mittelpunkt: „Kultur, Bildung, Rebellion“. Wer das denkmalgeschützte Altbaugebäude in der Braunschweiger Straße 22 betritt, befindet sich im Langer August e.V. – einem selbstverwalteten, soziokulturellen Zentrum mit tiefen historischen Wurzeln.

Doch wer war eigentlich der Mann, dessen Name bis heute über dem Haus steht?

Hinter dem Namen verbirgt sich das Andenken an den Dortmunder Widerstandskämpfer Kurt Schmidt. Am 14. Januar 1905 in Marten als Kind einer kinderreich Arbeiterfamilie geboren, arbeitete Schmidt später als Schlosser auf der Westfalenhütte. Früh schloss er sich der Arbeiterbewegung an, wechselte 1928 von der SPD zur KPD und wurde im März 1933 sogar in das Dortmunder Stadtparlament gewählt. Sein Mandat konnte er jedoch nie antreten: Die Nationalsozialisten verhafteten ihn unmittelbar nach der Machtübernahme und folterten ihn im berüchtigten Gestapo-Gefängnis „Steinwache“ schwer.

Nach seiner Entlassung zu Ostern 1933 tauchte Schmidt sofort ab, um den illegalen Widerstand neu zu organisieren. Seine Flucht führte ihn zunächst ins Saarland, wo er die Deckidentität „August Hartmann“ annahm. Wegen seiner stattlichen Körpergröße von knapp zwei Metern gaben ihm seine Genossen rasch den Spitznamen „Langer August“. Nach der Saarabstimmung 1935 floh er weiter nach Frankreich und schloss sich 1937 im Spanischen Bürgerkrieg den Internationalen Brigaden an. Im Kampf gegen die faschistischen Truppen von General Franco fiel Kurt Schmidt am 12. März 1938 in der Nähe von Alcañiz.

Auch die Hülle des Zentrums erzählt Geschichte. Das 1904/05 vom Zimmermeister Wilhelm Köstner unter der Bauleitung von Ernst Stephan errichtete, viergeschossige Mietshaus gilt als typisches Beispiel für die jugendstilgeprägte Architektur in den Arbeiterquartieren der Jahrhundertwende und steht seit 2008 unter Denkmalschutz. Der Wandel zum Soziokulturzentrum begann Ende der 1970er-Jahre: 1977 erwarb Gerhard Breidenstein, Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde, das Objekt, um der Arbeiterselbsthilfe Dortmund Raum für ihre Arbeit zu geben.

Anfang 1979 gründete sich schließlich der gemeinnützige Verein: “Langer August – Verein zur Förderung der politischen Bildung und kulturellen Freizeitarbeit e.V.” als bewusste Hommage an Kurt Schmidt und alle Kämpferinnen und Kämpfer gegen den Faschismus.

Heute ist das Haus ein fester Anlaufpunkt im Quartier und Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW. Der Langer August e.V. funktioniert als unkommerzieller Freiraum für ganz unterschiedliche alternative, kreative, technische und politische Gruppen.
Im hauseigenen Café und im Seminarraum finden regelmäßig Konzerte, Bildungsveranstaltungen, Lesungen, Jamsessions und solidarische Treffen statt.

Das Miteinander ist dezentral und basisdemokratisch organisiert: Über die Raumnutzung, das Programm und die Ausrichtung des Hauses entscheidet die Gemeinschaft jeden Monat neu im offenen Plenum.

Das Kulturzentrum “Langer August”

Für Gruppen, die sich im “Langen August” treffen wollen, hält der Verein jederzeit Räume bereit.

Eine Übersicht zur aktuellen Raumbelegung findet Ihr hier:
Langer-August Raumbelegung

Anfragen an:
Langer August e.V.
Braunschweiger Str. 22
D-44145 Dortmund
Telefon: +49 177 1890982
oder per Email: Büro “Langer August”

Public Key

Der “Lange August” ist Mitglied in der
Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren NRW (LAG).